Suche
  • Silvia Zapke

Wie bringen uns Projektbewerbungen weiter

Aktualisiert: 21. Juni 2020

Meine Begeisterung kennt keine Grenzen. Ich tauche ab im World Wide Web. Recherchiere und werde fündig. Hier sucht eine Stiftung Projekte, die "den Dialog zwischen den Generationen fördern". Perfekt. Da passen wir doch prima rein. Die Initiative gefällt mir, zumal die Projekte auf eine Crowdfunding Aktion im Sommer vorbereitet werden sollen, mit der sie weitere finanzielle und personelle Unterstützung generieren können. Klasse. Das ist genau die Anschubfinanzierung, die wir brauchen, um das Konzept für unser Kinder-Senioren-Haus erstellen zu können.

Was es für die Bewerbung braucht scheint im ersten Moment einfach: ein paar Fragen müssen beantwortet werden. Ein zweiter Blick sagt: "Oh je sie wünschen sich ein Kurzvideo von 60 Sekunden". Abgabefrist in einer Woche.

Bei der Beantwortung der Fragen habe ich das Gefühl im Rausch zu sein. Das geht alles super leicht von der Feder. Ich hole mir von den InitiatorInnen - wir sind schon zu 6 - das Feedback ein. Der Text steht. Für eine aufwendige Produktion eines Videos fehlt Zeit und Geld. Also tut es auch die Bank vor dem Haus, mit zwei Menschen aus meinem persönlichen Umfeld, die diese beiden Generationen vertreten: Conny, pensionierte Hotelmanagerin und Mitinitiatorin und Ella, meine 2jährige Patentochter. Das Video dreht Anna - die Schwester von Ella - mit meinem iPad. Was daraus entsteht, lässt mich durchatmen. Sicher ist das Video noch nicht geeignet für eine Crowdfunding Kampagne, aber für den Anfang völlig ausreichend.

Bis spät in die Nacht stelle ich alle Infos ins Formular ein, denn ein kleines Detail hatte ich übersehen: die Begrenzung der Zeichen bei den Antworten. Verdammt. Jetzt war der Text so schön ausformuliert, fühlte sich so rund und vollständig an und jetzt musste ich da wieder richtig viel kürzen. Das Video machte beim Hochladen auch so seine Probleme aufgrund des Formats und der Größe. So habe ich geschwitzt bis zur letzten Minute am Abgabetag der Bewerbung.

Und dann konnten wir nur abwarten. Das Feedback kam zwei Wochen später und es war leider eine Absage. Wir waren eins von 200 Projekten und konnten anscheinend die Jury nicht überzeugen. Ja, das tut erst mal weh. Das wäre eine riesige Chance gewesen, richtig schnell Fahrt aufzunehmen.

Was uns sicher fehlte bei der Beantwortung der Fragen war die Bekanntgabe eines Links auf eine eigene Webseite. Das hatten wir einfach noch nicht. Die Bewerbung hat geholfen das initiale Zukunftsbild für das Projekt und den groben Weg dahin zu beschreiben. Damit war es auch leichter weitere InitiatorInnen zu gewinnen - jetzt sind wir zu acht. Wenn diese Stiftungsinitiative nicht unser Weg ist, dann gibt es einen anderen. Den zu finden, lohnt sich. Weiter geht's!