PETRA KRIEBLER

Erzieherin, Heilpädagogin

Petra ist mit Leib und Seele dabei, wenn es um Zukunftsprojekte geht, die gerade auch für die jüngste Generation geplant und umgesetzt werden. Sie hat mehrere Kindergärten gegründet, aufgebaut und geleitet. Sie weiß, wie wichtig gute Drähte gerade auch zu Stadt und Kommunen sind, damit solche Projekte erfolgreich umgesetzt werden können.

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KURZINTERVIEW

LEBENSPFAD

Welcher "rote Faden" zieht sich durch dein Leben?

Ich glaube, es gibt ein paar rote Fäden in meinem Leben, aber wenn ich mir jetzt mal nur den roten Faden der Arbeit anschaue, dann sicherlich, dass ich die meiste Zeit in meinem Arbeitsleben ziemlich selbstbestimmt arbeiten konnte. Ich war im Gestalten meiner Arbeitsplätze meist recht frei und mir wichtige Werte haben dabei immer eine große Rolle gespielt.

BEZIEHUNG ZU SENIOREN

Was gefiel dir als Kind besonders an Großeltern / älteren Menschen?

An meinen Großeltern gefiel mir, dass ich bei ihnen immer das Gefühl hatte, dass ich genau so wie ich bin, gut bin. Da gab es ein Gefühl von Güte mir gegenüber. Und auch Ruhe, aber auch Traurigkeit, die ich manchmal spürte (und erst später verstand).
Sehr mochte ich es, auf die dicken Adern auf dem Handrücken meiner Oma & meines Opas zu drücken (die sich darüber immer amüsiert haben) und nach dem Gebiss im Glas meiner Oma zu suchen (und sie sich darüber gefreut hat, dass sie´s so gut versteckt hat). Oder mit meinem Opa die Kartoffeln aus der Erde zu holen...und den Geruch von Oma´s Kittelschürze kann ich sofort hervorholen.
An älteren Menschen generell mag ich sehr, wenn sie gelassen, fröhlich und neugierig durchs Leben gehen ohne zynisch oder verbittert zu sein.

BEZIEHUNG ZU KINDERN

Was können Kinder von / mit dir lernen? Was kannst du Kindern geben?

Kinder können von mir lernen, dass ich gerne von ihnen lerne. Auf so vielen Ebenen können sie noch so direkt und ehrlich und heiter und weit und im Moment sein, dass ich mich gerne von ihnen anstecken und mitnehmen lasse. Sie können von mir lernen, dass ich, obwohl „erwachsen“ nicht allwissend und auch nicht fehlerfrei bin. Und trotzdem ein Leuchtturm für sie sein kann. Dass ich mich gerne auf ihre Welt einlasse und dass ich ein Mensch mit Ecken und Kanten bin und ihnen voll und ganz vertraue, dass sie ihren Weg, auf ihre ganz eigene Art und Weise, gehen.

BEGEISTERUNG

Was begeistert dich besonders am Kinder-Senioren-Projekt?

Ich finde es schön, wenn Menschen am Anfang ihres Lebens mit Menschen am Ende ihres Lebens zusammenkommen. Da schließt sich der Kreis. Beide Lebensphasen haben so ihre eigenen Herausforderungen und ihre schönen und nicht so schönen Seiten und ich habe das Gefühl, dass es auch Gemeinsamkeiten gibt und sich Kinder und Alte oftmals auf einer Frequenz begegnen können, zu der nicht jede/r einen Zugang hat.
Mein Vater hat nun mit seinen 85 Lebensjahren und Alzheimer so einige Seiten, die mich an Kinder erinnern und fühlt sich (aber eigentlich schon immer) wie magisch angezogen von Kindern. Wenn ich mit ihm in seinem Rollstuhl unterwegs bin, freut er sich sehr über jedes Kind und nimmt Kontakt auf. Als würde er etwas Verwandtes im Kind erkennen, was ihn anspricht und auch wieder mehr zum Kind werden lässt.