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  • Laura Zapke

Was braucht es „Zu guter Letzt“



Die Protagonistin des Films „Zu guter Letzt“ („The Last Word“) heißt Harriet Lauler (Shirley MacLaine) und ist eine ziemlich mürrische alte Dame. In ihrem Beruf war sie mit dieser forschen Art weit gekommen, doch im Ruhestand merkt sie plötzlich, wie einsam sie ist und dass sie keine Freunde hat.


Weil Sie nichts dem Zufall überlassen will, zwingt sie die junge Journalistin Anne (Amanda Seyfried), bereits vor ihrem Ableben einen Nachruf für sie zu verfassen, damit sie diesen dann Korrekturlesen kann. Dabei stellt sich heraus, dass niemand in Harriets Umfeld wirklich etwas Nettes über sie zu sagen weiß. Kurzerhand entschließt sich die alte Dame, ihr Leben radikal zu verändern, um Anne doch noch positives Material für den Nachruf zur Verfügung stellen zu können.


Dabei lernt sie ein achtjähriges Mädchen namens Brenda (Annjewel Lee Dixon) kennen, welches mit seiner frechen, rebellischen Art sofort auffällt. Zum ersten Mal in ihrem Leben steht Harriet einem Menschen gegenüber, der sich nicht von ihrem Ruf beeindrucken lässt, sondern ihr die eigene Meinung unverblümt und direkt ins Gesicht sagt - so ehrlich, wie es nur Kinder tun.


Im Film treffen drei Frauen unterschiedlicher Generationen aufeinander, jede der drei Frauen hat ihren eigenen Kopf und so treten sie sich immer mal wieder gegenseitig auf den Schlips. Doch genau dadurch motivieren sie einander, endlich ihre Träume zu verwirklichen und jeden einzelnen Tag zu genießen. Durch ihre so unterschiedlichen Perspektiven auf das Leben, ist jede einzelne von ihnen eine Bereicherung für die anderen. Eine ungewöhnliche Freundschaft entsteht, die sowohl Harriets Leben, als auch das von Anne und Brenda verändert und in der sie gemeinsam lachen, sich Mut machen, aber vor allem einander zuhören, wenn es darauf ankommt.


Albert Schweizer sagte einst: „das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir ungefragt weggehen und Abschied nehmen müssen.“ Harriet hat viele Spuren im Leben ihrer Mitmenschen hinterlassen, aber leider waren diese nicht immer positiv. Dank Anne und Brenda konnte Harriet deutliche Spuren der Liebe hinterlassen und das ist zu guter Letzt alles was zählt.


Mich hat die Geschichte sehr berührt und bis heute immer wieder zum Nachdenken angeregt. Aus diesem Grund kann ich den Film von Herzen weiterempfehlen. Er ist gewissermaßen ein Beispiel für ein überaus gelungenes Generationenprojekt.


Ich bin Laura, die Nichte von Silvia. Den Film haben wir uns auf unserer gemeinsamen Kanada-Reise 2017 an einem Abend in Montreal angesehen. Ich war damals 15 Jahre alt und erinnere mich noch heute sehr gut an diesen lustigen und gleichzeitig berührenden Film.


Silvia und ich haben noch lange über die Vorteile des gemeinsamen Zusammenlebens unterschiedlicher Generationen gesprochen. Sie erzählte mir, dass sie der Gedanke an ein Projekt, welches mehrere Generationen zusammenführt schon länger beschäftigt. Ich lauschte gespannt ihren Ideen.